Die
Osteopathie ist eine ganzheitliche Heilmethode, die den menschlichen
Körper als Einheit betrachtet. Letztendlich ist nämlich alles in unserem
Körper miteinander verbunden, sei es durch Nervenbahnen, Muskelketten
oder das bindegewebige Netz der Faszien. Durch verschiedene sanfte
Techniken kann der Osteopath eine Selbstregulation des Körpers
einleiten, die bei vielen Leiden für Heilung sorgen kann.
Der
Grundgedanke der Osteopathie
Normalerweise ist der Körper ein aktives Ganzes, das sich selbst
reguliert. Doch das labile Gleichgewicht, das wir Gesundheit nennen,
wird durch verschiedenste Einflüsse gestört. Bei ständiger Überlastung,
oder durch Unfälle, seelischen Streß oder Geburtskomplikationen kommt
es zu Störungen, die zunächst nicht mit Beschwerden einhergehen müssen.
Diese Störungen führen aber immer zu vermehrter oder verminderter
Bewegung im Gewebe, die der Osteopath mit den Händen erspürt und durch
sehr sanfte Techniken behandelt. Er bringt den Körper wieder in seine
natürliche Balance und ermöglicht so den Regulationsmechanismen der
Natur, den Körper zu heilen.
Wer kann sie
anwenden?
In den
USA ist die Osteopathie ein sechs Jahre dauerndes, eigenständiges
Universitätsstudium, dessen Abschluß dem Schulmediziner gleichgestellt
ist. In Deutschland können sich ein Arzt, Heilpraktiker oder
Physiotherapeut über Kurse ausbilden lassen.
Warum braucht
man Osteopathie?
Anders
als die Schulmedizin geht die Osteopathie auf die Suche nach der
gestörten Funktion unseres ganzen Körpers und begnügt sich nicht mit der
Behandlung von Symptomen. Dadurch können Probleme gelöst werden, die
erst durch das gestörte Zusammenspiel im Körper entstehen.
Wo liegen die
Ursprünge?
Vor 130
Jahren begründete der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828 -
1917) die Osteopathie. Seine Schüler entwickeln die Osteopathie immer
weiter. Heute gibt es in Amerika 20 Hochschulen, die osteopathische
Ärzte ausbilden und mit allen modernen Methoden Grundlagenforschung
betreiben.
Wie sieht
eine Behandlung aus?
Die Hände
des Osteopathen tasten den Körper ab, seine Augen sind oft geschlossen.
Über Berührungsrezeptoren an den Fingerkuppen nimmt er Körpersignale
wahr.
Mit
seinen über viele Jahre geschulten Fingern ertastet er durch die Haut
hindurch den Bewegungsapparat aber auch die inneren Organe, überprüft
und reguliert ihre korrekte Lage und Beweglichkeit.
Welche
Erfolge und Heilungschancen ergeben sich?
Die
chronischen Schmerzen im Bewegungsapparat, chronische Kopfschmerzen und
Migräne, Schwindel und der kindliche Schiefhals sind klassische
Indikationen für die Osteopathie. Aber auch Schreikinder werden ruhig,
wenn man ihre Koliken osteopathisch behandelt.