|
Welche Krankheitsbilder können
mit
Osteopathischer Medizin behandelt werden?
Alle
Krankheitsbilder sind, so gut es geht in die Sprache der Patienten
übersetzt, manche Begriffe lassen sich aber nur medizinisch ausdrücken. Bei
Unklarheiten sollten Sie nicht zögern und persönlich mit Ihrem
osteopathischen Arzt
Kontakt aufnehmen.
Schwangere
- Hartnäckige Ischiasschmerzen, vor allem bei einseitigen
Schmerzen
- Beckenschmerzen mit Bewegungseinschränkung
- Nacken- und
Kopfschmerzen
Darf in der Schwangerschaft osteopathisch
behandelt werden: Osteopathische Methoden sind in der Schwangerschaft bis
unmittelbar vor dem Geburtstermin möglich. Fast alle osteopathischen
Techniken sind als "weich" einzustufen und können ohne Gefahr für Mutter und
Kind ausgeführt werden. Wichtig für eine normale, spontane Geburt, ist eine
normale Beckenfunktion der Schwangeren. Im Zweifelsfall sollte daher bei
Beckenschmerzen vor der Entbindung das Becken osteopathisch untersucht und
korrigiert werden, dies erleichtert die Entbindung.
Stillende
Nach der Entbindung
gibt es für etwa 3 Monate verschiedene Rückbildungsvorgänge im Körper der
Mutter. Besonders betroffen sind das Becken, der gesamte Bauchraum, aber
auch die Wirbelsäule. Sollten nach diesen 3 Monaten hartnäckige Beschwerden
in einem der Bereiche bestehen, ist häufig eine Beckenfunktionsstörung als
Folge der Geburt der Grund. Dies kann häufig mit einer osteopathischen
Behandlung in 1-2 Sitzungen behoben werden.
Säuglinge
Hinweise für eine
komplizierte Geburt:
Aus osteopathischer Sicht sind Hinweise für eine komplizierte Geburt aus
Sicht des Säuglings:
- Sehr kurze (bis 1 Stunde) oder sehr lange Geburt (über 10 Stunden)
- Saugglocke oder Zange
- Sectio wegen Geburtsstillstand
- Schlüsselbeinbruch während Geburt
- Beckenendlage oder Schräglage
Hinweise für funktionelle Störungen des Säuglings:
- einseitige Kopfhaltung des Säuglings nach rechts oder nach links
- Abflachung des Hinterkopfes auf einer Seite wegen Schieflage
- starkes Überstrecken des Kopfes nach hinten und Krümmung des Körpers wie
eine Banane
- Schiefhals
- Anhaltende Trinkschwäche in Verbindung mit den oben genannten Störungen
- Starke Blähungen, Aufstossen
- Große Unruhe des Säuglings mit Verkrampfung der Hände bzw. Arme
- Schreikind vor allem nachts (Säugling schreit über Stunden)
Was
ist das KISS-Syndrom?
KISS-Syndrom ist die Abkürzung für Kopfgelenk induzierte Symmetrie
Störungen.
Das KISS-Syndrom ist eine rein deutsche Erfindung und dieser Ausdruck ist
international nicht gebräuchlich.
Die Verfechter des KISS-Syndroms behaupten, dass praktisch alle Störungen
beim Säugling und Kleinkind von Störungen des Atlas (erster Halswirbel)
ausgehen. Aus osteopathischer Sicht ist zwar der Atlas sehr häufig eine
Ursache für funktionelle Störungen bei Säuglingen, aber bei weitem nicht die
einzige.
Tonus-Asymmetrie-Syndrom:
Dies ist die internationale Bezeichnung für funktionelle Störungen bei
Säuglingen, die sich in einer unterschiedlichen Spannung der Gewebe im
Säugling ausdrücken. Neben den oben genannten Störungen des Atlas finden wir
bei Säuglingen ganz häufig Störungen im Becken, Thorax, Bauchraum und vor
allem im Schädelbereich. Der Blickwinkel der Osteopathischen Medizin ist
hier nicht auf ein Modesyndrom (KISS) gerichtet, sondern auf den ganzen
Säugling mit seiner individuellen Vielfalt an möglichen Störmustern. Bei der
Therapie von Säuglingen ist daher eine präzise Diagnose von entscheidender
Bedeutung. Die Therapie ergibt sich dann automatisch aus der Diagnose.
Therapiedauer bei Säuglingen:
Säuglinge müssen in der Regel nur 2 x im Abstand von einigen Wochen behandelt
werden. Im Allgemeinen beginnt die erste Behandlung 6 Wochen nach der Geburt
und wird dann nach 4 Wochen weitergeführt. In Sonderfällen, z. B. bei
schweren Deformierungen des Kopfes sind 3-5 Sitzungen notwendig.
Kleinkinder - Kinder
Bei Kleinkindern und
Kindern finden sich häufig funktionelle Störungen als Ursache oder
Teilursache für Krankheitsbilder. Im Einzelfall muss immer durch eine
osteopathische Untersuchung abgeklärt werden, ob derartige
Funktionsstörungen vorliegen. Im Folgenden einige Beispiele für häufige
Krankheitsbilder, die osteopathische Ursachen oder Teilursachen haben.
-
Koordinationsstörungen in der Grobmotorik oder Feinmotorik
- Gangstörungen, vor allem "Einwärtsgang"
- Verkrümmungen der Wirbelsäule oder des Brustkorbes
- Entwicklungsverzögerungen motorisch
- Verzögerte Sprachentwicklung
- So genannte "zappelige Kinder", ADS = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
- chronische Kopfschmerzen, Migräne
- ungeklärte Bauchschmerzen
- Bettnässen
- ungeklärte Schmerzen an den Beinen oder Armen
Erwachsene
Grundsätzlich können in der Osteopathie akute und chronische Beschwerden
behandelt werden. Für akute Beschwerden gibt es in der Medizin viele
erfolgreiche Behandlungsmethoden. Für chronische Beschwerden gibt es oftmals
nur wenige Erfolg versprechende Verfahren. Deshalb liegt die Domäne der
Osteopathischen Medizin vor allem in der Behandlung chronischer
Schmerzpatienten.
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen:
- an der Wirbelsäule, vor allem wenn mehrere Stellen betroffen sind
- an den Armen oder Beinen
- an den großen Gelenken wie Schulter, Ellenbogen, Knie, Hüfte, Sprunggelenk
- nach Unfällen mit Verletzungen der WS oder der Extremitäten
Spezielle Krankheitsbilder:
- chronische Kopfschmerzen, Migräne
- Schwindel
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Chronischer Nackenschmerz
- Atypische Gesichtsschmerzen
- Kiefergelenks-Schmerzen
- Ungeklärte Oberbauch-Schmerzen
- Ungeklärte Unterbauch-Schmerzen
- Nervöse Magen-Darm-Beschwerden
- Reizdarm
- Reizblase
- Chronische Entzündung der Prostata (Prostatitis)
- Chronischer Ischias-Schmerz
- Chronischer Beckenschmerz
Dies
sind einige Beispiele für häufige in unserer Praxis vorkommende
Krankheitsbilder. In der Regel sind bei diesen Krankheitsbildern am Anfang 3
Behandlungen im Abstand von 2-3 Wochen notwendig, dann erfolgt in 3-4
Monaten eine erste Kontrolle und bei langjährigen chronischen Verläufen dann
alle 6 Monate eine Behandlung. Ziel ist immer eine Stabilisierung des
Patienten durch Stärkung seiner Eigenkräfte auf möglichst hohem Niveau.
|