Am ersten Juli-Wochenende feierte die DGOM ihren 30. Geburtstag. Dozentinnen und Weggefährten, Aktive und Alteingesessene waren nach Boppard gekommen, um gemeinsam zu feiern – an jenen Ort, an dem die DGOM 1996 gegründet worden war. Einen schönen Rückblick auf die vergangenen Jahre gab Alfred Galeazzi zur Einstimmung; Prof. Dr. med. Elmar Peuker ordnete in seinem Vortrag „Eminenz UND Evidenz“ die Osteopathie heute zwischen Erfahrung, Wissenschaft und Verantwortung ein.
Nach einer Mittagspause, in der sich alle am Buffet stärken konnten, sprach Dr. med. Dietmar Hellmich über den Einfluss der Osteopathie in der Sportmedizin. Anschließend zeichnete Dr. med. vet. Tessa Fink in ihrem Vortrag „Vom Gummihammer zur Balanced Tension“ die Entwicklung der osteopathischen Arbeit in der Tiermedizin nach.
Nach den Vorträgen traf man sich wieder am frühen Abend zum Get Together und anschließend im Hörsaal des Ärzteseminars zur Jubiläumsfeier – 30 Jahre DGOM.
DGOM-Präsident Dr. Volker Rings selbst blickte in seiner Festrede nicht nur auf die eigene Amtszeit zurück, sondern auf die gesamte Geschichte der DGOM. Allein die vergangenen acht Jahre hätten dabei mühelos Stoff für eine eigene Rede geboten: Von der Entflechtung der DGOM von der Hochschule HGWR und der inhaltlichen Neuausrichtung über die Einrichtung einer eigenen Geschäftsstelle in Mannheim bis hin zum Aufbau des wissenschaftlichen Beirats verantwortete er eine Zeit großer Umbrüche. Insbesondere die Corona-Pandemie ließ die Kurszahlen erheblich einbrechen, eröffnete aber mit der Digitalisierung zugleich neue Chancen – und brachte Angebote hervor, die geblieben sind, etwa das DGOM-Café oder eine Homepage, die heute deutlich komfortabler nutzbar ist als das frühere zweigeteilte System.
„Nun werden Jüngere Stück für Stück nachrücken und neue Ideen einbringen, worauf und worüber ich mich freue“, sagte Dr. Rings am Ende seiner Rede. „Wir hatten gute Gespräche im Vorfeld, und bei vielen Freundinnen und Freunden in der DGOM ist ein großes Interesse entstanden, was mich sehr hoffnungsvoll stimmt.“
Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung der Ehrennadel der DGOM. Dr. Rings in seiner Funktion als Präsident und Dr. Hellmich als Vertreter des wissenschaftlichen Beirats baten den langjährigen Dozenten Dr. med. Theo Rudolf auf die Bühne und würdigten sein Engagement für die Osteopathie sowie seine „Beziehungsarbeit“ zwischen der DGOM und der Schweizer Schwestergesellschaft SAGOM.
Ebenso herzlich, wenn auch mit einem Wermutstropfen, schloss sich die Verabschiedung des scheidenden Präsidenten an. In ihrer Rede würdigte Dr. med. Ulrike Aussem den großen Einsatz und die Verantwortung, die Dr. Rings über viele Jahre übernommen hatte „Es fällt schwer, heute von einem Präsidenten Abschied zu nehmen, wenn man in Wirklichkeit einen langjährigen Weggefährten vor sich hat“, sagte die Erste Vizepräsidentin der DGOM.
„Es gibt Menschen, die hinterlassen Strukturen“, wandte sie sich direkt an den scheidenden Präsidenten. „Du hinterlässt darüber hinaus etwas viel Wertvolleres: Vertrauen. Vertrauen, dass man sich aufeinander verlassen kann, dass Entscheidungen mit Augenmaß getroffen werden und die unbedingte Vorstellung, dass unsere Gesellschaft mehr ist und wieder sein sollte als nur ein Verein – nämlich eine Gemeinschaft.“
Spätestens hier wurde das eine oder andere Auge feucht.
Mit dieser positiven Note ging der Abend vom festlichen in den gemütlichen Teil über: Dr. med. Ulrike Kaltenbrunner, Dr. med. Krzysztof Domogalla und Dr. med. Nicola Held sorgten für musikalische Unterhaltung und animierten zum Mitsingen. In der beschwingten Atmosphäre blieb reichlich Gelegenheit, alte Bekanntschaften aufleben zu lassen, neue Kontakte zu knüpfen und sich über Osteopathie und vieles darüber hinaus auszutauschen.
Am Sonntag folgte schließlich die Mitgliederversammlung. Auf dem Programm standen die Wahl des Präsidenten und der neuen Schatzmeisterin – mit dem oben bereits genannten Ergebnis.
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