Nachruf auf Dr. Karl Donner

Zu Beginn dieses Monats erfuhr das Präsidium der DGOM, dass Dr. med. Karl Donner bereits am 22. Januar verstorben war. Mit tiefer Betroffenheit äußert sich unser Präsident Dr. Volker Rings: „Ich erlebte Karl als Kollegen im Dozenten-Team, der nicht nur mir freundschaftlich verbunden war, sondern mit allen Kolleginnen und Kollegen auf gleicher Augenhöhe sprach, egal ob jung oder alt, ob erfahren oder noch am Anfang stehend. Die Nachricht vom Tode unseres Freundes traf uns schwer. Natürlich empfinden wir alle Trauer, aber auch große Dankbarkeit für seine unermüdliche Arbeit und sein freundliches, zugewandtes Wesen.“

Ein großer Dank geht auch an Alfred Galeazzi, der den folgenden Nachruf verfasst hat.

 

Dr. Karl Donner:
Ein Nachruf von Alfred Galeazzi

Dr. Karl Donner hat seine orthopädische Ausbildung in Kiel, bei einem der Nestoren der deutschen Orthopädie, Herrn Professor Blauth, erfahren. Später übernahm er mit orthopädisch, rheumatologischem Schwerpunkt die Rehaklinik in Bad Abbach. Anschließend war er schwerpunktmäßig manualmedizinisch/osteopathisch im ambulanten Bereich tätig, um zum Schluss seiner ärztlichen Praxis in der Schweiz als Gutachter zu arbeiten.

Ich habe Karl Ende der 80er Jahre zu Beginn meiner Lehrtätigkeit in Boppard, damals FAC, heute DGMSM, als Kursleiter der Manuellen Medizinausbildung kennen und schätzen gelernt. Bemerkenswert waren von Anfang an seine, mit sonorer Stimme und in warmem bayrischen Dialekt vorgetragenen, Kursinhalte. Er war zwar manchmal, vor lauter Begeisterung, etwas weitschweifig, aber gleichzeitig so anschaulich und klar, dass ich und auch die Kursanten es genossen und profitierten. Dabei hat gerade sein bayrischer Dialekt das Verständnis getragen.

Anfang der 90er Jahre, die FAC begann der Palpation in der Kursdidaktik mehr Raum zu geben, hielt Karl für uns Lehrende einen Vortrag zu diesem Thema- am Beispiel des Unterarmes. Für mich und alle Lehrer war es beeindruckend, wie Karl ein Thema, das kaum in Worte zu fassen ist, zu uns Zuhörern rüberbrachte. In, und gerade durch, seine bayrische Intonation und greifbare haptische Beispiele tauchten wir in diese Welt des kaum Sagbaren ein, so dass alle am Ende wussten: Palpation ist ein essentielles Thema, vor allem der „Händischen Medizin“.

Karl war immer neugierig und interessiert an Neuem. So war er einer der Teilnehmer der osteopathischen Grundausbildung der DGOM-Lehrer, die von amerikanischen Dozenten geleistet wurde. Folglich gründete er auch 1996 die DGOM mit und ist auch Lehrer der ersten Stunde gewesen. Karl unterrichtete bis zum Schluss die Breite der Osteopathie und zeigte auch hier seine geschilderten Stärken.

Karl litt seine letzten Jahre unter Erkrankungen, die ihm sicherlich zusetzten. Karl wäre aber nicht Karl gewesen, wenn er sich nicht mit all seiner Kraft dagegen gestemmt hätte. Auch in diesen schweren Zeiten war stets im Lehrkörper vertreten.

Karl ist am 22.01.2026 gestorben.

Wir werden ihn sicher im Gedächtnis halten.

Alfred Galeazzi

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Dr. Volker Rings

Lassen Sie mit unserem Präsidenten das DGOM-Jahr Revue passieren – zwischen Coronamaßnahmen, der Zulassung von Medizinstudent*innen zum DGOM-Unterricht und einer bedeutenden Veränderung in der Geschäftsstelle war Einiges los, über das es sich zu lesen lohnt.

Dr. med. Ines Repik hat gemeinsam mit Dr. med. Robert Behrmann eine neue, interessante Kursreihe konzipiert: „Osteopathische Medizin in der HNO – Eine praktische symptomorientierte Kursreihe für HNO- Ärzt*innen in Ausbildung, Klinik und Praxis“.

Auf ihrem Treffen am vergangenen Wochenende erprobten die teilnehmenden Lehrer*innen der DGOM ein neues Format - mit Erfolg.

Nach einem gemeinsamen Kurs zu Beginn des Jahres gab es im Sommer dieses Jahres eine Fortsetzung der Kooperation zwischen DGOM und TAO (Tierärztliche Akademie für Osteopathie). Thema waren Osteopathische Lymphatische Behandlungen bei Hund und Pferd.

Gegen alle Widrigkeiten: Zehn Teilnehmer*innen des Prüfungskurses am ersten Juliwochenende haben ihre Prüfung bestanden und das DGOM-Diplom erhalten.

Für eine Masterarbeit mit dem Thema „Untersuchung interdisziplinärer Behandlungsmöglichkeiten von Schädel-Hirn-Trauma-Patient*innen durch schulmedizinische Behandlungskonzepte und Osteopathie mittels Experteninterviews: Ein qualitatives Studiendesign“ werden noch Interviewpartner*innen gesucht.